SALONICA handelt von Thessaloniki, der Stadt im Norden Griechenlands, gelegen am Schnittpunkt von Orient und Europa, Balkan und Mittelmeer. Der Film erzählt Lebensgeschichten, Novellen gleich, die sich zu einer grösseren, allgemeineren Geschichte, mit vielen Protagonisten und Handlungs-strängen, zusammenfügen – zu einer filmischen Erzählung von Thessaloniki.
Was Thessaloniki historisch einzigartig macht, ist die Tatsache, dass sie 450 Jahre lang eine mehr-heitlich jüdische und spanisch sprechende Stadt war. Bevölkert durch jene Juden, welche 1492 aus dem katholischen Spanien vertrieben wurden und im osmanischen Reich Zuflucht fanden – bis zu ihrer fast vollständigen Vernichtung 1943 durch die Deutschen in der Shoah.
Die Geschichte der Juden von Saloniki ist eine unbekannte und zugleich zutiefst europäische Geschichte. Es ist eine Geschichte, die ihre Kreise zieht über den ganzen Mittelmeerraum, von Spanien nach Italien, vom Balkan in die Türkei. Sie ist einzigartig, weil es nirgends in Europa eine mehrheitlich jüdische Stadt dieser Grösse gab.
Vor diesem Hintergrund taucht SALONICA ein in das heutige Leben der Stadt, begegnet unterschied-lichsten Menschen – jüdischen Überlebenden, russischen Immigranten, Zigeunern, makedonischen Patrioten – und erzählt so die heutige Realität der Stadt, Schichten und Geschichten dieser Stadt auf-fächernd. Aus der Vielfalt realer Lebenswege entwirft SALONICA das filmische Fresko eines Ortes, vor dem Hintergrund eines zerrissenen, gewalttätigen Jahrhunderts.
Der Film handelt von einer Absenz, die wie ein blinder Fleck diese Stadt zeichnet, von einer Ab-wesenheit, die über der Stadt schwebt und sie bedrückt. Und er erzählt von der Macht und der Last von Vergangenheit, von persönlichem und kulturellem Verlust und vom individuellen und gesell-schaftlichen Ringen um Zugehörigkeit und Identität.
SALONICA ist das Portrait einer Stadt und auch das Portrait eines unbekannten Griechenlands, fern aller Ferienklischees.